10 Jahre…ein Rückblick

Ich habe ich für den Text zu unserem zehnjährigem Jubiläum einen „Claim“ gesucht und bin nur auf ..und kein bisschen weise“ gekommen.

Warum???

weil nach zehn Jahren immer noch:

  • wir bei der Brotbestellung an manchen Tagen meilenweit daneben liegen
  • ab und zu die Milchnachfrage gänzlich unterschätzen
  • das Wasser an manchen Tagen ausverkauft ist
  • einige Kundenfragen immer noch vollends überraschen

Nach dieser Einleitung möchte ich doch mal einen kleinen Rückblick der letzten zehn Jahre gewähren.

Eigentlich fing die Gründung von nako naturmarkt viel früher an und zwar 2005, ab Mai fing ich mit meinem damaligem Geschäftspartner die ersten Vorplanungen an, da wir uns Gedanken über das Konzept und den Standort machten. Dafür ging es auch mal mit dem VW-Bus nach Hamburg zur Konkurrenzbeobachtung (einschließlich Übernachtung im Bus auf dem Messeparkplatz).

Nachdem wir uns mit dem Konzept einig waren, ging es an die Standortsuche: Zuerst Potsdam, dann Marzahn und schließlich Karlshorst. Anfang Mai dann die offizielle Gründung und nach der Kreditzusage und Schlüsselübergabe ging es dann an die Renovierung. Diese unterschätzten wir leider (allein die Fliesenreinigung dauerte vier Tage!!!), so dass wir den angedachten Eröffnungstermin verschieben mussten.

img_0499der Urzustand

img_0542 es kommt Farbe ins Spiel

So kam es, dass wir am 8. Juni 2016 nach einer kurzen Nacht (3:00 Uhr bis 6:00 Uhr!!!) hundemüde eröffneten. Das Kassensystem kam idealerweise erst zwei Tage zuvor, so dass wir schon mit den ersten Kunden noch Preisschilder ausdruckten und verteilten.

img_0683 Tag der Eröffnung

Irgendwie müde aber glücklich brachten wir die ersten Eröffnungstage hinter uns und mussten zusätzlich aufgrund der geringen Bestellwerte noch selbst abholen fahren d.h. sehr lange Tage. Außerdem wurde am Sonntag die Buchführung durchgeführt, so dass wir die ersten drei Monate 7-Tage-Wochen hatten.

Der Start erfolgte kurz vor dem Sommerloch bzw. den Sommerferien und der WM in Deutschland d.h. wir hatten auch Tage mit 25 Kunden bei 225 Euro Tagesumsatz!!!

Mit der Zeit wuchs unser Kundenstamm, aber vor allem unser Konzept, zunächst mit dem Anspruch gestartet, ein Bio-Discounter zu sein, mussten wir einsehen, dass sich unsere Kunden nach „Marken“ sehnten und so wuchs unser Sortiment innerhalb des ersten Jahres von 800 auf ca. 2.000 Produkte.

Zunächst sehr spartanisch gestartet, bekamen wir die Chance, eine Nachbarfläche dazuzumieten und uns zu erweitern, somit aber auch die Idee einer Frischetheke. Gesagt und sehr lange getan eröffneten wir Dezember 2008 unsere Käsetheke.

Damit kamen auch immer mehr Aufgaben hinzu, so dass wir auch personell wachsen mussten, nach anfänglich einer Mitarbeiterin mit meiner Mutter kamen bis Ende 2010 fünf neue Mitarbeiter/innen hinzu.

Die nächste große Veränderung gab es Ende 2009 als mein Geschäftspartner aus familiären Gründen überraschend ausstieg und ich nach reiflicher Überlegung allein weitermachte.

Die nächsten Jahre dienten der Sortimentsgestaltung und regelmäßiger Umbaumaßnahmen, um die neuen Produkte unterbringen zu können.

Dann kam der Paukenschlag im Jahr 2011, es eröffnete Ende des Jahres eine großer Bio-Supermarkt in unmittelbarer Nähe unseres Geschäfts. Ich hatte mich auch auf die Fläche beworben, die neu gebaut worden war, aber es bekam doch der Größere den Zuschlag.

Ich beobachtete die Situation einige Monate und musste einen 30prozentigen Umsatzrückgang hinnehmen, so dass ich dann die schwere Entscheidung traf, das Geschäft zu schließen.

Nun stand die Entscheidung an: Endgültig schließen oder an anderer Stelle weitermachen!

Da mir gesagt wurde, dass Marzahn-Hellersdorf weit und breit keinen Bioladen hat und v.a. der südliche Bereich vermögend ist, suchte ich nach Ladenflächen und fand zwei potentielle Standorte. Nach Besichtigung beider und Abwägung entschied ich mich für die Fläche in der Ulmenstraße.

Nun stand der Umzug an, den ich eigentlich schnellstens über die Bühne bringen wollte, da alle Kosten weiterliefen. Doch er dauerte drei Wochen, so dass wir nach der Schließung vor Ostern am 21.April 2012 in Kaulsdorf eröffneten.

Leider entwickelten sich die Umsätze anfänglich nicht so wie geplant, so dass ich mich von einem Großteil meiner Mitarbeiter trennen musste, um der Insolvenz vorzubeugen. Keine leichte Entscheidung, aber notwendig.

Dann wuchsen die Umsätze mit der Zeit und wir konnten es uns wieder erlauben, neue Mitarbeiter einzustellen, so dass wir aktuell gut dastehen und positiv auf die nächsten Jahre blicken können (wieder 10???, der Kunde hat es in der Hand…)

Nun seit einem Jahr der Regalumbau, der sich bis zu den Sommerferien dem sehnsüchtigem Ende nähern wird.

Ich hoffe, ich bin nicht zu sehr abgeschweift und habe den Großteil der Leser gelangweilt, mir war es wichtig, mal einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren und zu zeigen, warum nako jetzt so ist wie es ist.

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